Gewaltige Rückflüsse

> CORPORAID – Story 2010 (by Harald Klöckl)

10/2012 – Forstsektionschef Gerhard Mannsberger möchte österreichisches Know-how verstärkt in Projekte wie jenes in Surinam einbringen.

corporAID: Das Lebensministerium trägt rund die Hälfte der Kosten für das Pilotprojekt zur Wald-inventur in Surinam – was erwarten Sie davon?

Gerhard Mannsberger: Wir haben rund die Hälfte der 300.000 Euro für das Projekt aufgebracht, die andere Hälfte zahlt die Regierung von Surinam, und fast zwei Drittel der Gesamtsumme fließen wieder als Aufträge nach Österreich zurück. Wenn die gesamte Waldinventur von Surinam ebenso von unseren Experten gemacht wird, ist die Projektsumme mehr als zehn Mal so groß, ebenso wie die erwartbaren Rückflüsse. Dann wird es auch Gelder von Entwicklungsbanken geben.

Wenn die Rechnung unterm Strich also derart positiv ausfällt, warum beteiligt sich Österreich nicht öfter an solchen Projekten?

Mannsberger: Ich kann nur für das Lebensministerium sprechen – wir haben keinen Etat dafür, ich musste die 150.000 Euro irgendwie zusammenkratzen. Mein finnischer Kollege im dortigen Forstministerium hat 5 Mio. Euro für solche Projekte zur Verfügung.

Sollte Österreich mehr Geld in die Hand nehmen?

Mannsberger: Ganz sicher, wobei es aber nicht darauf ankommt, ob das im Lebensministerium oder im Finanzministerium budgetiert wird. Ich bin dafür, weniger Entwicklungsgeld an die internationalen Finanzinstitutionen zu zahlen und stattdessen mehr Mittel zu earmarken, also zweckgebunden für österreichische Projekte zu vergeben.

Nach dem Pilotprojekt zur Waldinventur in Surinam – welche weitere Aufträge könnten kommen?

Mannsberger: Die beteiligten Firmen und Institutionen haben sehr gute Chancen, die gesamte Waldinventur in Surinam zu machen, falls eine Finanzierung durch Entwicklungsbanken gelingt. Weitere Länder wollen ähnliches mit Know-how aus Österreich. Auf so ein Forstprojekt können auch weitere folgen, etwa zu Trinkwasser oder erneuerbare Energie.

Vielen Dank für das Gespräch!

© corporAID Magazin Nr. 41
Das Gespräch führte Harald Klöck